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gemeinsam unterwegs: Mali 2005/2006

Wer hat es gesehen?

die Weisse Rose

Jüdisches Kulturmuseum

Turm gegen Klimawandel England

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Installation für das Jüdische Kulturmuseum und Synagoge Veitshöchheim 1997


Elemente:
An der Wand stehen Armiereisen 2,20 m hoch, sieben Eisenstäbe
neun Textafeln (Plexiglas) auf Wasser
Bibeltext auf hebräisch und deutsch
Beleuchtung unter Wasser

Die Mikwe

gilt als Ort ritueller Reinigung für Leib und Seele. Während sich traditionell jüdische Männer und Frauen in diesem Mikwe-Bad der Reinigung unterziehen, möchte ich an diesem Ort einen Bedarf an Reinigung vor Augen stellen, der durch politisch organisierte Gewalt evoziert wird:

die Gewalt, die Juden in der Zeit nationalsozialistischer Politik widerfahren ist
und - mit aller Vorsicht - auch die Gewalt, die im heutigen Israel präsent ist.

Der Text aus dem 2. Buch Moses:
„Du sollst den Fremdling nicht bedrängen und bedrücken, denn ihr wart auch Fremdlinge im Ägyptenland" ist auf Plexiglasteile montiert.
Die Textfragmente schwimmen auf der Wasseroberfläche; die Lesbarkeit ist dadurch eingeschränkt.
Hebräische und deutsche Fragmente können sich mischen.
Im novemberdunklem Raum kommt das Licht aus dem Wasser.

Der Wert "den Fremden zu achten" ist nicht apodiktisch rezipierbar. Ein theologische Begründungszusammenhang kann nicht als plausibel vorausgesetzt, von gesellschaftlicher Konsensfähigigkeit dieses Wertes kann nicht ausgegangen werden.

Wie können Bedeutung und Inhalte ethischer Sätze vermittelt werden?
Im Interesse der Betroffenen sollen sie lebendig und in Bewegung bleiben .

Der Ort dieses Mikwe-Bades hat mich von Anfang an fasziniert; auch die Tatsache, daß das Bad mit dem fließenden Mainwasser verbunden ist. Das Fließende weist auf Beweglichkeit und Lebendigkeit hin: etwas ist "im Fluß".